Dossier · Generation Z & Erwartungen
MATCHERYMehr als Matching. Für Ausbildung, die passt.Dossier · 02

Was Auszubildende heute wirklich wollen.

matchery.deKatja Balzer · Dresden

Befragungen zeigen, welche Bedingungen für viele junge Menschen bei der Berufswahl wichtig sind. Die Ergebnisse beschreiben Antworten bestimmter Stichproben, nicht die Bedürfnisse aller Angehörigen einer Generation.

Die sechs Felder bündeln häufig genannte Erwartungen rund um Vergütung, Wertschätzung, Ausstattung, Rückmeldung, Bewerbung und Perspektiven. Welche davon im einzelnen Betrieb besonders relevant sind, sollte mit den Beteiligten geklärt werden.

Erwartung trifft Realität

Was junge Menschen erwarten, zeigen die Studien. Ob Ausbildungs­anzeigen diese Erwartungen auch beantworten, zeigt erst der Blick in die Praxis — den ich für über 500 Anzeigen gemacht habe.

500+ Ausbildungs­anzeigen im Detail analysiert
Aus der Praxis · Der MATCHERY Realitäts-Check

Hinter diesen Zahlen steht kein Rätselraten.

Ich habe 500+ Ausbildungs-Stellen­anzeigen ausgewertet. Im Mittelpunkt stand eine Frage: Wie gut beantworten Stellen­anzeigen die Fragen, die junge Menschen vor einer Berufs- und Ausbildungs­entscheidung tatsächlich haben?

Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede — und ein Muster: Ein Großteil der Unternehmen sendet an der Lebens­realität der Zielgruppe vorbei. Mein Ziel ist es, diese Lücke für Sie daten­gestützt zu schließen, bevor Sie Bewerber verlieren, von denen Sie nie erfahren.

Zur Analyse · 500+ Anzeigen

Geld steht oben. Auch bei einer „sinnsuchenden“ Generation.

81 % halten gute Verdienstmöglichkeiten für wichtig.

In der WJD-Befragung 2023 bewerteten 81 % der befragten 15- bis 25-Jährigen gute Verdienstmöglichkeiten als wichtig oder sehr wichtig für die Wahl ihres Berufswegs. Das war unter den abgefragten Kriterien der höchste Zustimmungswert – nicht die Aussage, dass Geld für alle Befragten der einzige entscheidende Faktor sei.

81 %
Wichtig oder sehr wichtig der 1.012 befragten 15- bis 25-Jährigen bewerteten gute Verdienstmöglichkeiten bei der Berufswahl als wichtig oder sehr wichtig. Quelle: WJD 2023, Frage F4. Quelle · Wirtschaftsjunioren (WJD) 2023

Im Kern: Geld ist kein Tabu, sondern Top-Priorität. Wer das Gehalt in der Stellen­anzeige versteckt, verliert Bewerber*innen in den ersten Sekunden — bevor der Sinn überhaupt zur Sprache kommt.

Auszubildende wollen als Menschen ernst genommen werden — nicht als Personalnummer.

Verstanden­werden schafft Vertrauen.

Geld macht ein Angebot attraktiv. Verstanden­werden macht ein Unternehmen anschlussfähig. Neben Verdienst und Übernahme­chance zählt deshalb, ob junge Menschen den Eindruck haben: Dieses Unternehmen sieht mich – und nimmt mich ernst.

Lob schlägt Fachwissen.

Bei Führungs­kräften ist Auszubildenden Lob und Wertschätzung sowie Offenheit für Veränderungen wichtiger als fachliche Expertise.

Was Chefs glauben, sei zentral Fachliche Expertise · „Ich kann's am besten.“
Was Auszubildende priorisieren Lob, Wertschätzung, Veränderungs­bereitschaft.

Im Kern: Für viele wiegt Lob schwerer als das Fachwissen des Chefs. Stärken Sie bei Führungs­kräften die Beziehungs­fähigkeit, nicht nur die technische Exzellenz — sonst gewinnt der freundlichere Wettbewerber.

Eine zeitgemäße Ausstattung ist für viele bereits ein Entscheidungs­kriterium.

IT-Ausstattung entscheidet mit.

Die Verfügbarkeit moderner IT-Technik ist für über die Hälfte der Bewerber*innen ein wichtiger Faktor. Eine alte Bürotechnik signalisiert: „Hier interessiert man sich nicht für die Welt, in der ich aufgewachsen bin.“

Quelle · Azubi-Recruiting Trends 2025
KI & Lernkonzepte.

Rund 35 % der Befragten legen Wert auf eine moderne Ausrichtung des Ausbildungs­konzepts, die auch Künstliche Intelligenz einbezieht. Auszubildende bevorzugen heute partizipative Ansätze und Team-Projekte gegenüber reinem Frontal­unterricht.

35 %
Erwartung an Lernkonzept der Generation Z wünschen sich Ausbildungs­konzepte, die KI sinnvoll einbeziehen — Tendenz steigend. Quelle · Wirtschaftsjunioren (WJD) 2023

Im Kern: Alte Bürotechnik ist eine Botschaft. Sie sagt: „Deine digitale Welt kommt hier nicht vor.“ Wer das sendet, sortiert sich bei vielen jungen Menschen selbst aus.

In einer durch soziale Medien geprägten Welt erwarten Auszubildende regelmäßiges Feedback.

Im Alltag fehlt es oft.

Studien weisen auf Lücken bei der Rückmeldekultur in manchen Ausbildungsbetrieben hin. Ob und wie fehlendes Feedback zu Unzufriedenheit oder einer vorzeitigen Vertragslösung beiträgt, lässt sich nicht aus einer einzelnen Häufigkeitsangabe ableiten.

Im Kern: Fehlendes Feedback kann als Desinteresse wahrgenommen werden. Verlässliche Rückmeldungen helfen, Erwartungen zu klären und Lernfortschritte sichtbar zu machen.

Wer drei Wochen lang nichts zurück­schickt, ist aus dem Rennen.

Mobil. Ohne Anschreiben. Ohne Registrierung.

Ein verständlicher, auch mobil nutzbarer Bewerbungsweg und verlässliche Rückmeldungen können Hürden verringern.

Quelle · Azubi-Recruiting Trends 2025

Im Kern: Jede Hürde im Bewerbungsprozess ist ein Absprungmoment. Wer 2026 noch komplizierte Portale oder „Ghosting“ betreibt, zerstört sein Arbeitgeber-Image innerhalb von drei Wochen — messbar, nicht gefühlt.

Sicherheit ist kein Spießerthema. Sie ist Bewerbungs­kriterium.

Work-Life-Balance.

Die Vereinbarkeit von Arbeit, Freizeit und persönlichen Verpflichtungen ist ein wichtiges Thema bei der Berufswahl.

Quelle · Wirtschaftsjunioren (WJD) 2023
Übernahme­perspektive.

Eine transparente Übernahme­perspektive kann Sicherheit vermitteln.

Quelle · Wirtschaftsjunioren (WJD) 2023
Mitbestimmung.

Ein vorhandener Betriebsrat oder eine Jugend­vertretung steigert für über die Hälfte der Jugendlichen die Attraktivität eines Unternehmens.

Quelle · Azubi-Recruiting Trends 2025

Im Kern: Sicherheit ist kein Spießerthema, sondern ein Vertrauenssignal. Übernahme­perspektive, Work-Life-Balance und Mitbestimmung zeigen jungen Menschen: Hier werde ich nicht nur gebraucht, sondern ernst genommen – mit meinem Leben, meiner Zukunft und meiner Stimme.

Zusammenfassend

Finanzielle Sicherheit + wertschätzende, feedback­orientierte, digital moderne Arbeits­kultur.

Auszubildende heute suchen ein Umfeld, das diese drei Dinge verbindet. Wer eines davon weglässt, fällt aus der Auswahl.

01

Vergütung sichtbar machen — schon in der Stellen­anzeige.

Machen Sie die Vergütung transparent und leicht auffindbar. Das hilft Interessierten, Angebote realistisch zu vergleichen.

02

Führungskräfte in Beziehung und Entwicklung stärken.

Neben fachlicher Eignung sind Zuhören, Wertschätzung und verständliche Anleitung wichtige Führungskompetenzen.

03

Mobile Bewerbung & verbindliche Rückmeldung.

Vereinbaren Sie interne Rückmeldefristen und halten Sie diese ein. Eine konkrete Frist sollte zu Ihrem Auswahlprozess passen.

04

Feedbackrhythmus einführen — wöchentlich, 15 Minuten.

Regelmäßiger Austausch gibt Auszubildenden Gelegenheit, Fragen zu stellen und Rückmeldung zu erhalten. Ein pauschaler Vorsprung gegenüber anderen Betrieben ist daraus nicht ableitbar.

Die eigentliche Frage

Die Frage ist nicht, ob junge Menschen hohe Erwartungen haben. Die Frage ist, ob Ihr System darauf vorbereitet ist.

Vergütung, Führung, Feedback, Sicherheit und Entwicklungs­möglichkeiten wirken nicht isoliert. Sie entstehen aus den Strukturen Ihres Unternehmens.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie verstehen möchten, welche Signale Ihr Ausbildungs­system heute sendet, lassen Sie uns sprechen.

Dresden · bundesweit info@matchery.de

Einordnung: Generationsbegriffe sind eine Orientierungshilfe, keine Diagnose einzelner Menschen. Befragungswerte beziehen sich jeweils auf die untersuchte Stichprobe und Fragestellung. Für die Gestaltung von Ausbildung zählen die konkreten Erwartungen, Aufgaben und Bedingungen im Betrieb. Zur Ausbildungsberatung von MATCHERY →